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Gasschulung im PRESTLE-Haus

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Gasschulung der gewerblichen Auszubildenden im PRESTLE-Haus

Am Freitag, 10.07.2020 fand von 7.30 bis 13.00 Uhr im PRESTLE-Haus in der technischen Ausbildungswerkstatt die jährliche Gasschulung mit den Auszubildenden Anlagenmechaniker SHK aus dem dritten Ausbildungsjahr statt.
Vier gewerbliche Auszubildende wurden von Michael Beck (langjähriger Kundendienstmonteur im PRESTLE-Haus) in Theorie und Praxis rund um das Thema Gasinstallation unterwiesen.

1. Teil Theorie

Im theoretischen Teil erläuterte Michael Beck den Auszubildenden die Regeln beim Einbau von Gasleitungen und Gasprüfungen. Es wurden die drei verschiedenen Prüfungen - die Belastungsprüfung, die Dichtheitsprüfung sowie die Gebrauchsfähigkeitsprüfung besprochen. 

Nach dem theoretischen Teil und einer kleinen Stärkung ging es zum 2. Teil der Schulung - die Praxis:

2. Teil Praxis

Die praktischen Übungen erfolgten in der Prestle eigenen Ausbildungswerkstatt mit zwei verschiedenen Meßgeräten von den Herstellern testo und Rau. Die Messgeräte sind perfekt für effiziente Messungen an Gas- und Wasserleitungen. Sie sind einfach und sicher in der Handhabung und bieten exakte und schnelle Messergebnisse.

Am Prüfstand in der Ausbildungswerkstatt wurden die drei folgenden Prüfungen durchgeführt:

Belastungsprüfung 

Mit der Belastungsprüfung geht man auf die Suche nach Schwachstellen. An Tempergussfittings können z. B. Haarrisse vorhanden sein, die mit geringeren Prüfdrücken gar nicht zu entdecken sind. An Löt- oder Schweißverbindungen kann es Leckstellen geben, die zunächst von Zunder oder Schlacke zugesetzt sind und so gar nicht auffallen. Der Druck der Belastungsprüfung beansprucht solche Herstellungs- oder Materialfehler derart, dass diese entweder sofort, spätestens aber bei der nachfolgenden Dichtheitsprüfung hervortreten. Hier ist der Name der Prüfung eben Programm: Es geht darum, wie „belastbar“ das Material ist. Für die Durchführung der Belastungsprüfung müssen die Leitungsanschlüsse mit geeigneten Mitteln, wie metallene Stopfen oder Kappen verschlossen werden. Die Leitung wird also ohne Anschlussarmaturen gecheckt. Nur die Armaturen, die in der Leitung eingebaut sind, können in die Prüfung mit einbezogen werden. Sie müssen dann mit ihrem zulässigen Betriebsdruck (PN) mindestens dem Prüfdruck der Belastungsprüfung entsprechen. Eine Verbindung der zu überprüfenden Leitung zu in Betrieb befindlichen Gasleitungen darf nicht bestehen. Dabei gilt eine nur geschlossene Armatur nicht als sichere Trennung. Die Armatur könnte versehentlich geöffnet oder undicht werden. Die Folge wäre ein erheblicher Druckanstieg in dem in Betrieb befindlichen System. Schon ein Druck von mehr als 150 mbar kann hier beträchtliche Schäden verursachen (z. B. an Gasgeräten oder an Gas-Druckregelgeräten). Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass so eventuell Luft in die in Betrieb befindliche Leitung gelangen würde.

Dichtheitsprüfung - doppelt ist besser

Der Zeitpunkt zur Ausführung der Dichtheitsprüfung ist so zu wählen, dass die Verbindungsstellen noch nicht mit Korrosionsschutz beschichtet oder verhüllt sind bzw. die Leitung noch nicht unter Putz liegt. Ein guter Korrosionsschutz oder fest aufgebrachter Mörtel, kann eine undichte Rohrverbindung dichten. Mängel an der Leitung würden so nicht mehr erkannt. Wird die Leitung im sichtbaren Zustand der Dichtheitsprüfung unterzogen, sind die Geräteanschlussarmaturen noch nicht montiert. Um die Forderung der TRGI 2008 nach einer Prüfung „einschließlich der Armaturen“ zu erfüllen, sollte eine neu verlegte Gasleitung zweimal einer Dichtheitsprüfung unterzogen werden: Einmal unmittelbar nach Ausführung der Belastungsprüfung (Rohrleitung noch sichtbar, Verbindungsstellen noch ohne Korrosionsschutz, Leitung ohne Geräteanschlussarmaturen) und ein weiteres Mal unmittelbar vor dem Einlassen von Brenngas in die neue Leitung. Dann nämlich, wenn die Leitung unter Putz verschwunden ist, aber nun auch die Gasgerätehähne montiert sind. So erfüllt man alle Anforderungen (Leitung zugänglich und mit allen Armaturen prüfen). Und man erkennt auch Schäden, die der Leitung in der Zeit zwischen der Rohinstallation und der Feininstallation zugefügt wurden.

Gebrauchsfähigkeit - elektronisch ermitteln

Die Leckmenge einer Niederdruck-Gasleitung (ermittelt in Litern Gasverlust pro Stunde unter Betriebsdruck) lässt sich rechnerisch oder mit elektronischen Messgeräten feststellen. Da die rechnerische Methode die exakte Ermittlung des Leitungsvolumens voraussetzt (was bedingt durch unter Putz oder verdeckt liegende Leitungen in der Praxis nur schwer möglich ist), greift man auf die elektronischen Leckmengenmessgeräte zurück. Diese ermöglichen die Ermittlung einer Leckage ohne genaue Ermittlung des Leitungsvolumens. Dies geschieht im Prinzip, indem die Gasmenge gemessen wird, die in die zu prüfende Leitung nachzuliefern ist, um den Druck konstant zu halten. Das, was hinten entweicht, muss quasi vorne herein geschoben werden. Da man elektronischen Geräten glauben muss, was sie anzeigen, sollten hierfür ausschließlich solche eingesetzt werden, die nach DVGW VP 952 [1] geprüft und zugelassen sind.
 
In der hauseigenen Ausbildungswerkstatt besteht die Möglichkeit, die theoretisch erworbenen Kenntnisse unter fachlicher Anleitung sofort in die Praxis umzusetzen und am entsprechenden Werkstück zu üben.
 
Unsere Auszubildenden erfahren im PRESTLE-Haus während Ihrer gesamten Ausbildungszeit permanente Unterstützung auf fachlicher und menschlicher Ebene. Darüber hinaus bieten wir den gewerblichen Azubis in unserer internen Ausbildungswerkstatt unterschiedliche Schulungsmöglichkeiten während der gesamten Ausbildung an.
 

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